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Kooperation - Kooperation

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Ich versuche mich bei der Beschreibung unseres Projektes kurz zu fassen, denn sonst wäre die folgende Dokumentation und die beigelegte DVD nur Wiederholung. Beide Medien wurden mit viel Sorgfalt, Leidenschaft und Spaß zusammen gestellt. Ich wünsche mir, dass Sie die Zeit haben und sich auch die Zeit nehmen, alles anzuschauen. Unser Projekt wird von uns alleine durchgeführt, es gibt keine weiteren Kostenträger oder Zusammenhänge mit anderen größeren Projekten. An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass bei unserem Projekt keine Bürokosten, Personalkosten oder Honorare anfallen, da sich für unser Projekt alle Beteiligten ehrenamtlich zur Verfügung stellen. Somit ist gewährleistet, dass wirklich jeder Cent
„ankommt“. Mit den bisherigen Preisgeldern und Spenden finanzieren wir unsere Ausflüge. Wir mieten da große, komfortable Busse mit Hebelift, damit die Elektrorollstuhlfahrer auch mitkönnen und vor Ort mobil sind. Dass diese Busse etwas teurer sind, versteht sich von selbst. Wenn man dann sieht, mit welcher Freude speziell die E-Rollifahrer an den Ausflügen unterwegs sind, bezahlt man das gerne. Zur besseren Vorstellungskraft haben wir eine Kurzinfo über den Bus auf eine DVD gemacht.

Es begann mit einem Schlüsselerlebnis und der spontanen Fragestellung, ob es möglich ist mit schwer und schwerstbehinderten Kindern Fußball zu spielen. Und zwar so, dass der Kerngedanke des Fußballes auch erlebt werden kann. Genauso spontan kam mir dann der Gedanke, dass ich das in einer Art Partnerschaft oder Patenfunktion mit gesunden gleichaltrigen Kindern erreichen möchte. Dann kam die Stunde der Wahrheit. Viele Briefe an Schulen und Eltern waren geschrieben und wir fuhren in die Karlsbader Schule. Es klappte, der Funke sprang sofort über, Berührungsängste waren ein Fremdwort. Der Spaß, die Leidenschaft und die Motivation der Kinder entschädigte für die anfänglich vorhandenen bürokratischen Hürden. Zwischenzeitlich befinden wir uns im fünften Jahr und trainieren einmal im Monat. Die Trainingseinheiten sind fest im Stundenplan verankert und meine Jugendspieler werden unbürokratisch für alle Maßnahmen vom Schulunterricht freigestellt. Der Höhepunkt jedes Schuljahres ist immer
wieder, die Integration in unser Sportfest, wo wir in Form eines „Patenwettbewerbes“ das Fußballabzeichen machen.
Unterstützung bekommen wir da jedes Jahr von einer Realschulklasse aus Rheinstetten, die uns in allen Bereichen unterstützt. Vom Küchendienst, über die Stationsbetreuung, Getränkeversorgung und die Ergebnisauswertung bis zur Urkundenerstellung. Auch hier ist von Berührungsängsten keine Spur. Im Gegenteil, unkompliziert werden Hilfestellungen (Rolli schieben) angeboten und beim Fußballspiel zum Abschluss darf jeder, der möchte, mitspielen.

Die Rektorin der Realschule Rheinstetten, sowie die beteiligten Lehrer/innen und Schüler/innen waren von unserem Projekt so beeindruckt, dass zwischenzeitlich beide Schulen ebenfalls eine feste Bindung eingegangen sind. Hier findet ein regelmäßiger Schüleraustausch in den 7.Klassen mit gemeinsamen Workshops statt. Ohne jeden Zweifel ist es hier gelungen, über den Fußball ein Fundament zu betonieren, um einen gewaltigen Brückenschlag zu ermöglichen.

Das Projekt hat sicherlich Modellcharakter, denn es ist überall Eins zu Eins umsetzbar. Ich zitiere aus einem Presseartikel den Sie in der Dokumentation finden: „ Viele Worte müssen dabei nicht gemacht werden. Die Sprache des Fußballes versteht jeder“. Mit überall meine ich, global gesehen, auf der ganzen Welt, und aufgrund meinen Erfahrungen behaupte ich, dass solche Projekte nicht nur in der Fußballwelt möglich sind, sondern in vielen anderen Sportarten. In den folgenden Unterlagen finden Sie einen Artikel von Ines Nowak, wo der Modellcharakter unseres
Projektes beschrieben wird. Dieser Artikel ist auch in einem Nachschlagewerk für „Ideensucher“ veröffentlicht. Es gab auch schon erste Anfragen aus dem Bundesgebiet und die ersten „Nachmacher“ stehen in den Startlöchern. Vor und nach dem Training führe ich Gespräche mit den Betreuern in Karlsbad (schon alleine aus gesundheitlichen Gründen) und bekomme immer wieder zu hören, dass wir mit unserem Projekt sehr, sehr viel Motivation verbreiten und die Ergebnisse nur sehr schwer mit einer vergleichbaren Therapie zu erreichen wären. Diese Aussagen sind dann auch Motivation für uns Trainer, unser Bestes zu geben und uns entsprechend vorzubereiten.

Wenn ich nun auf die zurückliegende Zeit zurückblicke und mir auch diese Dokumentation durchblättere, ist es erstaunlich, was bewegt wurde. Wir fahren nach Karlsbad zum Trainieren, die Schule besucht uns bei unseren Sportfesten, wir helfen beim Schulfest in Karlsbad, betreuen die Torwand und waren gemeinsam, schon zum zweiten Mal, beim VFB Stuttgart eingeladen.
Im Mai 2009 waren wir zu Gast beim SC Freiburg, wo wir nach dem Fussballspiel auch eine kleine Aufstiegsparty erleben durften. Ebenso waren wir beim KSC zu Gast und im Gegenzug haben KSC Spieler unser Projekt besucht. Ein Spielbesuch beim Neubundesligisten TSG 1899 Hoffenheim ist in der Planung. Durch Fernsehauftritte und Presseartikel (unter anderem im Presseorgan des Kultusministeriums) wurde die politische und sportliche Prominenz auf uns aufmerksam, ebenso Firmen/Institutionen. So organisierte AUDI für uns eine behindertengerechte Führung, die uns alle sehr beeindruckte. Eine Einladung vom ZDF stand im November 2008 an. Auch hier hatten wir sehr engangierte Mitarbeiter vom ZDF, die uns durch das Haus führten und dafür sorgten, dass wir bei einer Livesendung von Logo (Kindersendung) zuschauen konnten. Auch hier ein ganz großes Danke-Schön für den tollen Tag und den Blick hinter die Kulissen.

Eigentlich alles wunderschön. Aber wir haben auch die anderen Facetten der Karlsbader Schule kennen gelernt. So gehören dort Krankenhausaufenthalte von Schüler/innen zum Schulalltag, genauso wie der Tod. Da brauchten wir unsererseits „Lehrstunden“, denn im Alltag unserer „Gesunden“ Kinder ist ein Krankenhausaufenthalt was Außergewöhnliches und ein Todesfall fast was Unvorstellbares. Zwischenzeitlich können wir diesen Ball annehmen, diesen Ball führen und wieder zurückspielen.

Sehr gefreut hat mich die Reaktion des DFB. Der Besuch einer Delegation anlässlich unseres Sportfestes im Jahre 2007 hat Eindruck hinterlassen. Eine reichhaltige Ausstattung an Trikots, Mützen, Schals und Anstecknadeln waren im Gepäck und wurden ausgeteilt. Eine Einladung zu einem U 21 Länderspiel folgte. Die Einladung zur Ehrenamtsgala haben der Jugendleiter und ich wahrgenommen und die Annehmlichkeiten des Abends genossen. Im Jahr 2008 wurde ich vom DFB für das Ehrenamt ausgezeichnet und in den Club 100 aufgenommen.
Das Jahr 2009 begann für die Verantwortlichen von unserem Projekt mit einem Paukenschlag. Wir wurden nach Berlin zu unserem Bundespräsidenten eingeladen und bekamen den kleinen, goldenen Stern des Sports überreicht. Drei Monate später, im April 2009, waren wir erneut in Berlin und wurden vom BVKM mit dem Selbsthilfepreis als 1. Bundessieger ausgezeichnet. Diese Auszeichnungen wollen wir an unserem Sportfestmontag, den 27. Juli 2009 nochmals Revue passieren lassen, mit einer kleinen Feierstunde. Wenn alles klappt, wollen wir an diesem Tag den Startschuss für eine Wanderausstellung geben. Die Mediengruppe der Karlsbader Schule sichtet gerade Fotos aus den vergangenen Jahren und stellt Collagen zusammen, die wir dann mit der Ausstellung veröffentlichen wollen. Angedacht sind Rathäuser, Bürgerbüros, Schulen, Landratsamt, Filialen der Volksbank im Raum Karlsruhe, Ettlingen und Umgebung.

Getreu unserem Motto: Tue gutes und rede darüber.
Zum Schluss möchte ich auf die beigefügte Dokumentation hinweisen, die zeitlich beim „Aktuellen“ beginnt und rückwärts die verschiedenen Phasen beschreibt. Auf der DVD haben wir Fernseh- und Hörfunkberichte und einen Kurzfilm aufgespielt. Eine Bildergalerie und ganz neu eine Dia-Show vervollständigt unsere Unterlagen. Diese Stelle ist dann auch der richtige Platz um der Mediengruppe der Karlsbader Schule Danke zu sagen. Die Schülerinnen und Schüler und der Lehrer sorgen für die Auswahl und Archivierung der Fotos, stellen die Kurzfilme und Dia-Shows zusammen und aktualisieren diese Dokumentation.
Mit sportlichem Gruß
Günter Bechtold

Kantstr. 7
76287 Rheinstetten
Tel. 07242-952050, Büro 07245-93330, Mobil 0160-7016031
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